Wir verlassen Banaue und fahren weiter in Richtung Sagada. Banaue liegt auf ca. 1.500 m Höhe und es wird nun merklich kühler, je höher wir kommen. Wir machen Halt an den Reisterassen, die auch auf dem 1000-Peso-Schein abgebildet sind und um die Bergbewohner in Tracht zu bestaunen.

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Die Bergketten um uns herum sind der Wahnsinn! Die Straßen leider manchmal auch. Von teilweise unbefestigten Straßen geht es hinab in tiefe Schluchten. Manchmal mag man gar nicht hinuntersehen. Leider passieren hier in der Gegend viele Unfälle. Uns wird ganz mulmig zumute, als wir den Bus sehen, mit dem letzte Woche über 30 Menschen verunglückt sind. Vor der Reise haben wir daher auch lange überlegt, ob wir hierher fahren sollen. Unsere Neugier hat jedoch gesiegt und wir haben uns für die teurere, aber sicherere Variante entschieden. So sind wir froh, dass wir dies erleben können und einen privaten Fahrer bei uns haben, der die Strecken gut kennt und für Fotostops in sicherem Abstand anhält. Aus den Reisfeldern werden Terrassen,  die mit Kohl, Möhren oder Kartoffeln bepflanzt sind. Wilde Callas wachsen am Wegesrand und zwischendurch stehen Glockenblumenbäume, im Hintergrund diese irre Bergwelt. Einzigartig!

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In Sagada lernen wir unseren Guide Edmund kennen, der uns zu den hängenden Särgen bringt, für die Sagada weltberühmt ist. Mittlerweile leben viele Christen hier, die ihre verstorbenen Angehörigen auf ’normalen‘ Friedhöfen wie bei uns beerdigen. Hin und wieder wird jedoch noch eine Bestattung nach traditionellem Weg durchgeführt. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Für die traditionelle Bestattung werden die Verstorbenen für 3-5 Tage auf einen Hochstuhl des Hauses gesetzt, dann in Leinentücher gewickelt und in den Sarg gelegt. In der Vorzeit noch in Embryonalstellung, daher sind die älteren Särge auch viel kleiner, aber etwas breiter. Während der Verstorbene auf dem Stuhl sitzt, werden zeremonielle Tänze durchgeführt. Der Sarg selbst wird dann von zwei Trägern im Berg befestigt. Die Felsbestattung soll den Seelen der Verstorbenen einen leichteren Zugang nach Außen ermöglichen. Daher ist vor einigen Särgen auch ein Stuhl befestigt. Anschließend klettert Mel, ganz in ihrem Element, noch einen ca. 60 m hohen Berg hinauf.

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Ein weiteres Highlight in Sagada sind die unterirdischen Höhlensysteme, bei denen sich mit viel Phantasie eine Schwangere, ein Schokoladenkuchen, eine sich versteckende Schildkröte und vieles mehr erkennen lässt. Damit wir uns das alles ansehen können, seilen wir uns an verschiedenen Tauen ab, waten durch knietiefes Wasser und klettern Felsen hinauf bzw. hinunter. Selbstverständlich alles ungesichert. Das würde es woanders nicht geben 😮 Wir freuen uns über das unerwartete Adventurefeeling!

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Nach dem anstregenden Tag reicht unsere Kraft gerade noch für das Abendessen. Als wir unseres gerade aufgesessen haben, fällt der Strom aus. Hier anscheinend kein seltenes Ereignis, denn schnell werden ein  paar Kerzen aufgestellt und das Essen wird von einem schwulen Kellner mit Stirnlampe serviert. Strom und Elektrizität gibt es hier in den Bergen erst seit einigen Jahren. Die Menschen leben in sehr einfachen Verhältnissen und uns wird bewußt,  wie anders die technickverliebte, materielle Welt ist, in der wir leben. Der Lebensstil der Menschen ist zwar einfacher, aber sie wirken glücklich und entspannt. Manchmal tut es gut ein wenig geerdet zu werden….

Angesagt