In Makati ist man ziemlich abseits dem ’normalen‘ Leben vieler Philippiner. Vor der Führung haben wir noch ein wenig Zeit und schlendern durch den Rizal-Park. Der Park wurde nach einem Mann benannt, der viele Jahre in Heidelbreg studiert und im Anschluss zwei Bücher geschrieben hat. José Rizal wurde wegen des freiheitsliebenden Gedanken in seinen Büchern 1896 hingerichtet und gilt seither als Nationalheld der Philippiner.
Auf einer tollen Führung bringt Carlos uns das Old Manila näher. Die Führung startet im Fort Santiago und Carlos stimmt zu Beginn die philippinsche Nationalhymne an. Interessanterweise beinhaltet diese, dieseleben Töne wie die Französische. Schnell stimmen die Einheimischen in die Melodie ein und wir lauschen den schönen Klängen. Die Philippiner sind alle sehr musisch veranlagt. Besonders positiv daran ist, dass sie nicht nur gerne singen und tanzen, sie können es auch sehr gut.
Wir erfahren auf spielerische Art und Weise den Ablauf der historischen Vergangenheit, den wir uns im Ayala-Museum bereits anlesen konnten. 1565 wurden die ersten spanischen Häuser errichtet und die Ära des spanischen Kolonialreiches begann. Durch die spanische Herrschaft sind viele Kirchen entstanden und es gibt hier die größte christliche Bevölkerung. Einige der barocken Kirchen stehen noch heute. Mit einer Pferdekutsche gelangen wir zur Kirche St. Augustin, in der gerade eine Hochzeit stattfindet.
Die Amerikaner kehrten 1898 ein und brachten der Bevölkerung die englische Sprache näher. Dies stellt heute eine ganz wichtige Einnahmequelle im Land dar, denn in BPO (Business Process Outsourcing)-Firmen – klassische Callcenter – arbeiten sehr viele Einheimische. Viele große Firmen wie bspw. SAP, JP Morgan, Oracle, etc. sind hier ansässig und haben innerhalb von wenigen Jahren Makati zu dem gemacht was es heute ist: Eine schillernde, schnelllebige Businesswelt mit hohem Lifestyle-Faktor. Einige englische Wörter sind sogar in den philippinischen Wortschatz eingezogen, so wird hier nicht fotografiert sondern gekodakt. Softdrinks sind klassischerweise Cokes und jeder putzt sich mit Colgate die Zähne. Zur damaligen Zeit verhalfen die Amerikaner dem Land zur Amerikanisierung. Hier gab es elektrische Rolltreppen, Malls, Hotels, Casinos und jede Menge Reichtum. Das Land wurde auch die Perle Asiens genannt. Alte Bilder lassen ein wenig von dem pompösen Leben erahnen. Leider wurde die Stadt im 2. Weltkrieg durch Amerikaner, die ursächlich die angreifenden Japaner vertreiben wollten, fast vollständig zerstört. Orientiert hat man sich beim Bombenangriff an der Kirche St. Augustin, die ähnlich wie der Kölner Dom, als prägnantes Wahrzeichen die Stadt überragt hat und deshalb auch noch heute steht.














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