Der Narawntapu-Nationalpark war früher unter dem Namen Asbestos-Range-Nationalpark bekannt, liegt im Norden Tasmaniens und wird aufgrund der enormen Artenvielfalt auch Tasmaniens Serengeti genannt. Natürlich genau das Richtige für uns. Von Launceston führt uns der Weg über eine etwas beschwerliche Schotterpiste.

Park Vögel

Der Park, wie auch vieles andere hier, ist eher untouristisch. Außer uns gibt es noch einen älteren Herrn und ansonsten nur Natur. Wir laufen los, direkt in den Wald. Kaum unterwegs, raschelt es auch schon im Gebüsch. Vorsichtig nähern wir uns und da springt auch schon ein kleines Bennet-Wallaby unter dem Baum hervor. Hopps und weg ist es. Weiter geht’s und wir sehen die tasmanischen Pademelons. Sie ähneln den Wallabies, sind aber noch etwas kleiner.

Wallaby

Tiefer geht es in den Wald hinein und wir passieren eine kleine Brücke mit mystischen Bäumen.

Wald

In einem Baumstamm sitzt ein Eulenschwalm mit Baby. Diese Waldbewohner sind nachtaktiv, sehr selten und am Tag eigentlich kaum zu entdecken. Also haben wir mal wieder richtig Glück oder einfach nur geschulte Augen, die wir auf unseren zahlreichen Safaries in Afrika trainieren konnten.

Eule 2 Eule

Frohgemutes stapfen wir weiter, bis Mel abrupt stehen bleibt und ein paar Schritte zurück weicht. Zur rechten Seite des Weges liegt eine Schlange. In Tasmanien gibt es nur drei Schlangenarten und wir wissen, alle sind giftig – die eine mehr, die andere weniger. Also lassen wir Respekt walten. Wir gehen ein paar Schritte zurück und bleiben erstmal stehen. Normalerweise meiden Schlangen die Menschen und verkriechen sich, sobald Bewegung zu spüren ist. Wir gehen davon aus, dass sie sich bereits verkrochen hat und nähern uns wieder vorsichtig. Sie liegt noch an der gleichen Stelle und hat sich leider nicht bewegt. Daher stampfen wir mit den Füßen ganz feste auf den Boden auf, denn schließlich wollen wir ja weitergehen. Dieses Exemplar scheint jedoch angriffslustig zu sein, denn anstelle sich von uns weg zu bewegen, bewegt sich auf uns zu und beobachtet uns argwöhnisch. Wir beratschlagen noch ein wenig, ob wir einen Weitsprung wagen oder eher nicht, aber so richtig geheuer ist uns das nicht. Nach einer Weile geben wir uns geschlagen und ziehen von dannen. Im Visitor-Center erfahren wir später, dass es sich um eine Kupferkopfschlange handelte, die bei direkter Annäherung auch schon mal angreifen kann. Dann haben wir also instiktiv richtig gehandelt und besser daran getan, den Rückweg anzutreten.

Copper

Auf unserem Rückweg verschwindet noch schnell eine Tiegerschlange im Gehölz. Auch die dritte Art, eine Weißlippen Schlange, läßt nicht lange auf sich warten. Spannend! Naja, wo es viel Futter (Vögel und Mäuse) gibt es natürlich auch viele Esser. Es gibt in Tasmanien auch sehr gutes Gegengift, so dass hier schon seit über 20 Jahren kein Mensch mehr an einem Schlangenbiss gestorben ist.

Zur Abenddämmerung erwacht der Park noch mal richtig zum Leben. Zig Wallabies und Waldkänguruhs hoppeln über die Wiese. Und dann trudeln sogar die von Mel heiß ersehnten drolligen Wollknäule ein. Die Wombats kommen! Schmatzend mampfen sie Gras in sich hinein, hin und wieder wird ein Beinchen gehoben und das große Kratzen setzt ein. Sehr scheu sind sie nicht, daher können wir sie in aller Ruhe beobachten.

Wombat Wombat 2

Mel Foto Känguruh und Baby

Wir können uns gar nicht satt sehen und genießen die Tiere solange das Licht uns läßt in ihrer natürlichen Umgebung. Herrlich, ein tierischer Tag geht zu Ende!

Landschaft Känguruhs

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